WOLFGANG HEISE

Vorlesungen zur Geschichte der Ästhetik

Foto: Marianne Fröbus

Unser Projekt stellt sich das Ziel, Wolfgang Heises Vorlesungen zu den ästhetischen Theorien von der Antike an über das Mittelalter, die Renaissance, die Aufklärung sowie den Sturm und Drang bis zur Klassik und Romantik im endenden 18. und beginnenden 19. Jahrhundert zu präsentieren. In einem stetigen Prozess sollen auf dieser Seite neue Vorlesungen eingestellt werden. Wolfgang Heise (geb. am 8. Oktober 1925, gest. am 10. April 1987) hatte sie seit 1972 an der Sektion für Ästhetik und Kulturwissenschaften der Berliner Humboldt-Universität bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1985 gehalten. Der enzyklopädisch gebildete, eigenständig denkende marxistische Philosoph war für viele Studenten der geistige Mittelpunkt der Universität, dabei Lehrer u.a. von Fritz Marquardt, Wolf Biermann, Rudolf Bahro, Volker Braun, Wolfgang Thierse, Hans-Eckardt Wenzel und Steffen Mensching.

6.
Vorlesungsteil zur Orphik

[gestrichen:] Die orphischen Lehren dürften im 6. Jahrhundert v. u. Z. entstanden sein. George Thomson weist auf Hesiod als den Bauerndichter des 7. Jahrhunderts hin, an den die Orphik in bestimmten Vorstellungen anknüpfte, besonders in der Gerechtigkeitsvorstellung, auch auf die kultischen Formen, die transformierter Feldzauber und Initiationsriten waren. In den…

5.
Vorlesung zur Differenz zwischen religiös-mythischer und theoretischer Denkweise (mit Bezug auf die Orphik, auf Demokrit und Epikur)

Der Gang der Vorlesung führte uns zu der Frage, worin das spezifisch Neue von Theoriebildung, im besonderen ästhetischen Denkens, bei den Griechen besteht und wie sich das Verhältnis zur mythologisch-religiösen Reflexion charakterisieren lässt. Im Anschluss daran wollten wir nach den geschichtlichen Bedingungen der Entstehung philosophischer und ästhetischer Theorie in Griechenland…

4.
Vorlesungsteil zur Differenz zwischen religiös-mythischer und theoretischer Denkweise (mit Bezug auf Orpheus, die Orphik sowie den Dionysoskult) [Beginn im laufenden Text]

[…] Im Ganzen blieb das weltanschauliche Denken mythologisch [in der frühen griechischen Antike]. Das heißt, es interpretierte die allgemeinen Weltzusammenhänge nach dem Modell der unmittelbaren Erfahrung persönlicher Beziehungen als anthropomorph, mindestens als personal gedachte Natur‑ und Gesellschaftsmächte. Die Wissensakkumulation blieb empirische Sammlung und technisch-methodische Anweisung, traditionelle Überlieferung von Erfahrungen, Techniken…