1.
Vorlesung einführenden Charakters in das Studium der Geschichte der Ästhetik

1) Gegenstand unserer Vorlesung ist die Geschichte der Ästhetik. Und schon diese Überschrift stellt uns das erste Problem. In der Vorlesung behandle ich die Entwicklung ästhetischer Theorien seit der Antike, also in einem Zeitraum von rund 2500 Jahren. Ästhetik – also eine wissenschaftliche Theorie von der Kunst und dem Schönen – ist so alt wie…

3.
Vorlesungsteil einführenden Charakters in das Studium der Geschichte der (antiken) Ästhetik [Beginn im laufenden Text]

[…] Friedrich Engels fasst, was ich in Bezug auf den Staat entwickelt hatte, als gesellschaftliche Entwicklungsform der Zivilisation zusammen: „Die Stufe der Warenproduktion, womit die Zivilisation beginnt, wird öko­nomisch bezeichnet durch die Einführung 1. des Metallgeldes, damit des Geldkapitals, des Zinses und Wuchers; 2. der Kaufleute als vermittelnder Klasse zwischen den Produzenten; 3. des Privatgrundeigentums…

4.
Vorlesungsteil zur Differenz zwischen religiös-mythischer und theoretischer Denkweise (mit Bezug auf Orpheus, die Orphik sowie den Dionysoskult) [Beginn im laufenden Text]

[…] Im Ganzen blieb das weltanschauliche Denken mythologisch [in der frühen griechischen Antike]. Das heißt, es interpretierte die allgemeinen Weltzusammenhänge nach dem Modell der unmittelbaren Erfahrung persönlicher Beziehungen als anthropomorph, mindestens als personal gedachte Natur‑ und Gesellschaftsmächte. Die Wissensakkumulation blieb empirische Sammlung und technisch-methodische Anweisung, traditionelle Überlieferung von Erfahrungen, Techniken – eingebunden in mythische Gesamtmodelle….

5.
Vorlesung zur Differenz zwischen religiös-mythischer und theoretischer Denkweise (mit Bezug auf die Orphik, auf Demokrit und Epikur)

Der Gang der Vorlesung führte uns zu der Frage, worin das spezifisch Neue von Theoriebildung, im besonderen ästhetischen Denkens, bei den Griechen besteht und wie sich das Verhältnis zur mythologisch-religiösen Reflexion charakterisieren lässt. Im Anschluss daran wollten wir nach den geschichtlichen Bedingungen der Entstehung philosophischer und ästhetischer Theorie in Griechenland fragen. Ich habe Ihnen zunächst…

6.
Vorlesungsteil zur Orphik

[gestrichen:] Die orphischen Lehren dürften im 6. Jahrhundert v. u. Z. entstanden sein. George Thomson weist auf Hesiod als den Bauerndichter des 7. Jahrhunderts hin, an den die Orphik in bestimmten Vorstellungen anknüpfte, besonders in der Gerechtigkeitsvorstellung, auch auf die kultischen Formen, die transformierter Feldzauber und Initiationsriten waren. In den religiös-mystischen Weihen der orphischen, eleusinischen…